Bd. XIX · Heft 06 · Juni 2026 Schuppenpost / Herpetologie-Journal ·
Schuppenpost Magazin für Terraristik, Reptilien und Amphibien — ISSN-Reihe 2026 —
Über das Journal

Schuppenpost — Terraristik am Terrarium-Vorraum.

Schuppenpost ist ein deutschsprachiges Magazin für Terraristik, Reptilien und Amphibien. Wir schreiben über das, was zwischen Kornnatter-Häutungs-Phase, Bartagamen-UV-B-Praxis mit T5-HO-Röhre Arcadia 12 %, Hamm-Terraristik-Börse-Wochenende und der seit 2024 verschärften BNatSchG-Reform am realen Terrarium passiert — über Anpassungs-Strategien bei Winterruhe für Griechische Landschildkröten, über DGHT-Gutachten-1997-Mindestmaße als gerichtlich-anerkannten Standard, über CITES-Anhang-A-Bescheinigung mit Fotodokumentation nach Karo-Vorlage und über die juristische § 11-TierSchG-Sachkunde-Praxis bei gewerblicher Haltung. Kein Liebhaber-Heft, keine Pet-Influencer-Berichterstattung, keine Marken-Werbe-Linie. Eine Publikation, die Terraristik als die zusammengesetzte herpetologische, veterinär-medizinische und juristische Tätigkeit nimmt, die sie tatsächlich ist.

Acht Ressorts — Schlangen, Echsen, Schildkröten, Amphibien, Wirbellose, Terrarium, Recht, Verband — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jedes Heft füllt alle acht Felder; manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzelne Hamm-Börse-Berichterstattung, manchmal hängt eine ganze Ausgabe an einer BArtSchV-Aktualisierungs-Analyse. Die aktuelle Juni-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt in einer Reptil-des-Jahres-2026-Vorstellung, in einer BArtSchV-Aktualisierungs-Analyse 2025, in einer UV-B-Röhren-Markt-Praxis und in einer Kornnatter-Häutungs-Anomalien-Diagnostik.

Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen klassischer Halter-Erfahrungs-Tradition und moderner veterinär-medizinischer Praxis. Eine klassische Halter-Praxis mit über Generationen vererbtem Stamm-Wissen (Frostfutter-Auftau-Methode, Bodengrund-Mischung, Beleuchtungs-Stack) verlangt jahrelange Erfahrungs-Disziplin und Vereins-Anbindung über DGHT-Stadt-Gruppen. Eine moderne veterinär-medizinische Praxis mit Reptilien-Tierarzt-Diagnostik (Blutbild, Röntgen-Diagnostik bei Reptilien, Endoparasit-Stuhl-Probe), TGD-zertifizierter Kotuntersuchung und gezielter Antibiotika-Therapie reduziert Bestand-Verluste deutlich. Beide Linien sind notwendig — die Erfahrungs-Linie für kontinuierliche Pflege-Routine, die Veterinär-Linie für Notfall-Diagnostik. Wir verhandeln beide Linien nebeneinander.

Was uns historisch interessiert, ist die kontinuierliche Modernisierung der herpetologischen Disziplin. Carl von Linné hat 1758 in „Systema Naturae" Edition 10 die zoologische Nomenklatur für Reptilien etabliert. Constantine Samuel Rafinesque hat 1814 die Gattungs-Bezeichnung Pantherophis eingeführt. Hubert Saint Girons hat in den 1970er Jahren die thermoregulatorische Reptilien-Verhaltens-Forschung mit Temperatur-Gradienten-Versuchen begründet. Robert C Stebbins hat 1985 mit der „Field Guide to Western Reptiles and Amphibians" die moderne Bestimmungs-Literatur etabliert. DGHT Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde wurde 1964 in Frankfurt gegründet als zentraler DACH-Fachverband mit heute rund 5.500 Mitgliedern. Wir verstehen Terraristik als das, was sie ist: keine Sammlung fixer Haltungs-Wahrheiten, sondern eine Disziplin, die zwischen klassischer Vereins-Tradition, moderner veterinär-medizinischer Praxis und EU-Tier-/Naturschutz-Reform jede Saison neu verhandelt wird.

Geschrieben ist Schuppenpost für Terrarianer:innen mit Vereins-Anbindung, die ihren DGHT-Gutachten-Auszug kennen und ihre Tierbestandsmeldung pflegen, für Reptilien-Tierärzt:innen mit Praxis-Erfahrung, die zwischen Röntgen-Diagnostik und Endoparasit-Stuhl-Probe abwägen, für Sachkunde-Prüfungs-Anwärter:innen, die zwischen § 11-TierSchG-Praxis und gewerblicher Halter-Berechtigung argumentieren, und für Herpetologie-Interessierte, die ihre lateinische Art-Namen-Sicherheit mit Phylogenetik-Forschung verbinden. Wir setzen Lesefreude an lateinischen Art-Namen, BArtSchV-Paragrafen und Temperatur-Gradienten-Tabellen voraus, aber keine 30-jährige DGHT-Vorstand-Karriere.

Gastbeiträge

Schuppenpost nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat — Haltungsbericht mit Art-Bestimmungs-Notation, Veterinär-Praxis-Erfahrungsbericht, Börsen-Berichterstattung mit Bestand-Übersicht, BArtSchV-/CITES-Recht-Analyse mit Aktenzeichen-Bezug, Terrarium-Bau-Reportage — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen. Konkrete lateinische Art-Namen, Temperatur-/Luftfeuchte-Gradienten, BArtSchV-/CITES-Paragrafen und DGHT-Gutachten-Verweise sind willkommen.

Terraristik ist für uns kein Liebhaber-Genre mit Reptilien-Influencer-Anbindung. Sie ist die Disziplin, in der eine vorbereitete Häutungs-Phasen-Beobachtung am Donnerstagabend im Terrarium-Vorraum den Unterschied zwischen sauberer Komplett-Häutung und problematischer Brille-Verbleib am Auge macht — wenn jemand vorher die Luftfeuchte-Regulierung richtig angesetzt hat.